Forst & Technik - Waldwärts live

Rund 300 Besucher kamen zur Waldwärts-Tour bei Wien. Eschlböck, Pfanzelt und Posch präsentierten ihre Maschinen nicht auf einer Messe, sondern im praktischen Einsatz. Vom Hacker über Geräteträger und Rücketechnik bis zur Brennholzproduktion reichte das Spektrum. Das Konzept traf den Nerv eines ausgesprochen fachkundigen Publikums.

Den nur per Anmeldung zugelassenen Besuchern wurde im Vorfeld ein anderer Treffpunkt genannt, erst kurz vorher erfuhr man vom 15 km entfernten Demoplatz. Die Veranstalter wollten so „nur die wirklich Interessierten“ zum Besuch bewegen. Das hatte etwas von einem Flashmob und war mal etwas Neues in der Branche. Trotz oder gerade deshalb war die Teilnehmerzahl mit rund 300 Personen ordentlich. Den Pkw-Kennzeichen und Aufschriften der Firmenbekleidungen nach zu urteilen, kamen die Besucher aus mehreren Bundesländern.

Eschlböck, Pfanzelt und Posch zeigten einen Querschnitt ihrer Produkte. Gut zwei Stunden gab es ohne Pause eine „Druckbetankung“ an Fakten. Die Firmenvertreter wussten auf Newtonmeter und Durchmessermaximal alles genau zu den vorgeführten Geräten. Entsprechend aufmerksam waren die Zuschauer am Absperrgitter. Man sah niemanden, der sich während der Präsentation dem Catering oder Telefon widmete – außer zum Fotografieren und Filmen. 

Das fiel auch den Firmenvertretern auf: „Wir haben selten so aufmerksame Leute, aber das gilt für alle Waldwärts-Termine. Überall waren die Leute extrem interessiert.“ Kein Wunder bei dieser Maschinenauswahl: Produkte für professionelle Anwender, semiprofessionelle Technik und für Waldbauern. Die Leistungen reichten von 55 bis 397 kW sowie von 5 Ster bis 200 Srm pro Einsatzstunde. Das war ganz nach dem Gusto der Anwesenden.

Warum gerade diese drei Firmen Waldwärts gemeinsam organisieren, lässt sich herleiten. Alle drei haben etwa gleich viele Mitarbeiter und sind im südlichen deutschen Sprachraum zuhause. Bei identischen Zielgruppen konkurrieren ihre Produkte nicht. Auch die Aufteilung der Kosten solcher Präsentationen ist sinnvoll. Damit gewinnen alle Beteiligten: Die Kunden bekommen ordentlich etwas zu sehen und die Beratung konzentriert sich direkt am Gerät. Die Besucher können zudem Kontakte zu Branchenkollegen knüpfen. Das kleinste Gerät vor Ort war der Biber 2-15 Z von Eschlböck, ein Anbauhacker zur Handbeschickung. Der Scheibenhacker hackt Material bis 15 cm Durchmesser. Der Antrieb erfolgt per Zapfwelle, hier passend mit einer Moritz-Raupe.

Der große Bruder mit Zapfwellenantrieb war der Biber 78, gezogen von einem Pfanzelt K-Trac 1230. Auch da stimmte die Maschinenkombination. Der Trommelhacker ist als eher leichte, aber leistungsfähige Maschine für kleinere Einsätze gedacht. Da spielt der Biber 78 mit Kranbeschickung seine Stärken aus, obwohl er bis zu 220 kW „verdauen“ kann. In die 84 cm breite Einzugsöffnung passt Hartholz bis 45 cm und Weichholz bis 60 cm Durchmesser. Gearbeitet wird mit 6 oder 12 Messern.

Eschlböck Durox
Für die Ganzjahresauslastung bei der Hackguterzeugung steht der Eschlböck Durox: ein Mercedes 6x6 mit Biber 84 und Spaltbiber. Er schluckt dieselben Durchmesser wie der Biber 78, hat aber eine Einzugsbreite von 1,22 m. Mercedestypisch kommt die Kraft über den Nebenabtrieb und nicht über ein Zwischengetriebe. Dem höheren Leistungsanspruch angepasst, arbeitet er mit 10 oder 20 Messern im neuentwickelten K6-Rotor, den man genau betrachten konnte. Das Hackgut soll sehr genau geschnitten sein, um das Sieb zu entlasten. 

Eschlböck baut die Kabinen der Lkw-Hacker selbst um, so dass der Fahrer den Führerstand beim Wechsel vom Fahren zum Hacken nicht verlassen muss. Dafür ersetzt ein drehbarer Sitz den Beifahrersitz. Viel Glas bietet Sicht auf den Kran und Hacker. Starkes Holz zerkleinert der optional erhältliche Spaltbiber auf einzugstaugliche Dimensionen. Die Holzzufuhr stellt den Epsilon-Kran Q 130 LD mit Vierfinger-Greifer vor keine Probleme, das sah man an der Leichtigkeit der Arbeitsweise bei den Präsentationen. Anspruchsvolle Kunden meinten, der Biber 84 sei auch für Großmengen gut geeignet.

Viel Gerät hatte Pfanzelt dabei: Seilwinden, Rückewagen, die Moritz-Raupe in drei Ausführungen sowie die Schlepper K und PM-Trac. Der Profi-Rückeanhänger P11 wurde als Jubiläumsmodell zum 35-jährigen Bestehen der Firma vorgestellt. Wie alle P-Modelle hat er einen Zentralrohrrahmen mit A-Abstützung. Dafür empfiehlt Pfanzelt den Kran 5287 mit 5,2 mt Hubmoment und 8,7 m Reichweite. Mit 9 t Nutzlast im Wald und 11 t auf der Straße ist der Anhänger mit optional verschiebbarem Rungenstock und größerem Stirngitter zum Transport von 2x3 m Holz geeignet. Mehr laden kann der P 15. Mit gleichem Rahmen ist er knapp 2 t schwerer, kann aber 15 t bewegen.

Traktoren von Steyr und Fendt waren mit Front-Seilwinden ausgerüstet. Die Bergewinde am Steyr zeigte eine erweiterte Traktionswinde für Situationen, wo der Traktor und der optional mit Radnabenmotoren ausgerüstete Anhänger keine Traktion mehr finden. Die Winde ist derzeit als Jubiläums-Modell mit verbesserter Ausrüstung zu haben. Größer fiel die Frontwinde beim Fendt aus. Die Getriebeseilwinde S160 ist die mittlere Baugröße der Serie mit drei Windentypen. Sie spult
das Seil in Zugrichtung auf und vermeidet damit Umlenken und Belastungen fürs Seil. Die Überschneidung von Kupplung und Bremse lässt sich mit der von Pfanzelt entwickelten PPS-Steuerung in mehreren Stufen anpassen.

Drei unterschiedliche Moritz-Raupen zeigten, was diese Forstmaschine alles kann. Dazu zählt der Antrieb eines Hackers, vorgeführt mit dem Biber 2-15 Z. Mit 55-kW-Motor spielt der Moritz fast mit den Anforderungen des Hackers an den Antrieb. Anspruchsvoller ist der Betrieb von Fräsen oder Mulchern, das wurde beim Vortrieb mit der 1,20 m breiten Forstfräse ins Buschwerk deutlich. Je nach Einsatzprofil sind 40 HM-Rundmeißel oder 20 fest verschraubte Klingenwerkzeuge wählbar.

Was auch geht: ein Holzspalter am Moritz. Der Hydro-Combi 16 von Posch stellte keine Herausforderung für den Geräteträger dar, demonstrierte aber die Vielseitigkeit. Drei unabhängige Hydraulikölkreise für Fahr-, Bord- und Leistungshydraulik unterstützen die Einsatzmöglichkeiten, ebenso wie diverse Steuergeräte bis zur Funksteuerung.

Kommunal-Trac
Der K-Trac ist ein optimierter Schlepper für kommunale Arbeiten mit vier gleich großen Rädern und vier Lenkungsarten. Sein Hydrostat-Getriebe ermöglicht eine hohe Leistungsabgabe bei niedrigen Geschwindigkeiten sowie den effizienten, überwiegend mechanischen Vortrieb bei höherem Tempo. Das sorgt für gute Arbeitsergebnisse und wenig Verbrauch bei Straßenfahrten. Der gezeigte K-Trac 1230 mit 215 kW als stärkster Typ der Baureihe hat drei Anbauräume für fast alle am Markt verfügbaren Geräte. Er eignet sich auch für Waldarbeiten. Kran und Seilwinde sind schnell montiert, die Wahl der Reifen sollte aber bedacht werden.

Der waldnähere Bruder ist der Pm-Trac, sein Aufbau ist für den Waldeinsatz optimiert. Er fährt bis zu 60 km/h, mit drei Fahrstufen nach vorn und zwei nach hinten. Es gibt vier Anbauräume: Dreipunktaufnahme vorn und hinten, Frontlader und Heckaufbau, wo der Kran montiert wird. Sichtbarer Unterschied ist die Bereifung: 28 Zoll vorn, 38 Zoll hinten.

Posch für Brennholz
Der Brennholz-Spezialist Posch zeigte als Weiterentwicklung des Meterholzspalters Hydro-Combi den Stehendspalter Ferdinand. Er bietet eine sehr sichere Bedienung durch einen per Knopfdruck ausgelösten Spaltvorgang. Der Arbeitsbereich ist durch ein Lichtgitter geschützt. Sobald sich jemand dem Gefahrenbereich nährt, wird der Spaltvorgang gestoppt. Bei schweren Stämmen hilft eine Seilwinde, das Holz heranzuschaffen und aufzustellen.

Die Hydro-Combi-Baureihe reicht bis in die 1980er Jahre zurück. Technisch weiterentwickelt sind 283 Modellvariationen von 13 bis 26 t Spaltkraft mit vielen Anbauten und Antriebsarten erhältlich.

Der Split-Master 30 Turbo ist ein neuer Liegendspalter mit Einachs-Fahrwerk für Traktoren. Er ist hydraulisch per Joystick bedienbar und mit 33 m/s recht flott. Neu sind flügelartige Quermesser an dem höhenverstellbaren Spaltkeil. Ein hydraulischer Stammheber hebt bis zu 125 cm lange und 80 cm starke Abschnitte auf das Zuführband.

Zum Sägen zeigten die Steirer zwei Maschinen. Der Sägespalter Spalt-Fix S 376 schneidet mit einem Kreissägenblatt. Es gibt die Möglichkeit, einen Vereinzelungstisch vorzuschalten, den dann ein Radlader oder Traktor beschickt. Die Steirer Antwort auf die Trommelsägen-Welle ist die Brennholzsäge Smart-Cut. Statt in mehrere Fächer einer drehenden Trommel Holz einzustecken, bewegt sich bei Posch ein Zuführschacht horizontal mit beachtlicher Geschwindigkeit über ein Kreissägenblatt. Die Maschine verarbeitet auch mehrere Hölzer gleichzeitig – und das sehr flott, erstaunlich leise und nach Auskunft der Vorführer ermüdungsfrei.

Die Königsklasse stellt der Spalt-Fix K-700 Vario mobil dar, die Anhänger-Ausführung der stationären Posch-Brennholzfabrik. Er kann 4 bis 5 m lange Stämme bis 75 cm Durchmesser jeder Holzart vollautomatisch zerkleinern. Als Stundenleistung nennt Posch 20 FM plus.

Publikumsgerecht
Die beschriebenen Maschinen bildeten das diesjährige Frühjahrs-Programm der Waldwärts-Tour. Man konnte dazu viel fragen, alles anfassen und probieren. Beim Durchschauen gab es nur zufriedene Gesichter, die Einladungen scheinen zielgenau die Personengruppen erreicht zu haben, die solche Maschinen brauchen. Statische Messen sind nicht tot. Aber sie brauchen die Ergänzung durch Vorführungen wie Waldwärts. Das hat dieser Zusammenschluss der drei Mittelständler mit den Waldwärts-Tagen bewiesen.

Konrad Rabl

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