Vor rund 250 angemeldeten Teilnehmern zeigten die drei Maschinenhersteller Pfanzelt, Posch und Eschlböck am 8. Mai in einem Auwald bei Stockerau eine große Bandbreite an ausgewählten Maschinen für die Bereiche Holzernte, Rückung sowie Biomasseerzeugung. Forstunternehmer, Vertreter kommunaler Betriebe, Biomasse-Dienstleister und Waldbauern nutzten die Gelegenheit der Live-Demonstrationen auch zum Netzwerken mit Fachleuten aus der Branche. Es war bereits die zweite Ausrichtung dieses speziellen Demo-Tour-Formates an jeweils fünf Standorten in Deutschland und Österreich.
Expertenwissen und praktische Einblicke
Auf einer Lichtung in einem Forstgebiet nahe der Donau in Stockerau wurden die Maschinen nacheinander sowie in Kombination vorgeführt und deren Spezifikationen ausführlich von den Technik-Experten der drei Familienunternehmen erläutert. Dabei wurden Laubbäume gefällt, gerückt, umgeladen, gespalten und zu Hackschnitzeln verarbeitet. Im Anschluss an die Praxis-Vorführungen hatten die Besucher zudem die Möglichkeit, die Maschinen selbst zu testen. Die Teilnehmer wurden vor Ort unternehmensübergreifend beraten, wie die Maschinenkonzepte entlang der Schnittstellen im Aufarbeitungsprozess ineinandergreifen. Das Besondere der Waldwärts-Tour ist, dass die jeweils gleichen Maschinen sich an den fünf Standorten unter unterschiedlichen Bedingungen beweisen mussten – angefangen vom Kiefernwald in Berlin über Einsätze in Fichtenwäldern bei Göttingen, am Schluchsee oder im Bergwald bei Landeck in Tirol und eben in einem Auwald in Stockerau. Dabei ergänzen sich die Produktprogramme der drei Hersteller, sodass ähnliche Kunden-Zielgruppen angesprochen werden können. „Die Maschinen im Einsatz verschiedener Kundenregionen zu zeigen und zu testen, erlaubt viel bessere Einblicke in die Leistungsfähigkeit, als das auf einem klassischen Messestand möglich ist“, erläuterte Peter Voderholzer, Marketingleiter bei Pfanzelt, die weiteren Ziele der Zusammenarbeit zwischen Posch, Eschlböck sowie Pfanzelt.
Komplette Gespanne
Pfanzelt brachte neben den Seilwinden und Rückeanhängern auch den Moritz, den Pm Trac und den K Trac mit auf die zweite Demo-Tour. Das heißt, es waren komplette Gespanne mit verschiedensten Aufbauten dabei. Den Anfang der Produktvorführung machte der Profi-Rückeanhänger P13 in der Edition 35 mit Unidrive-Radantrieb. Das Zugfahrzeug war ein Fendt 211 Vario mit einer Getriebeseilwinde S160 vorne aufgebaut – ebenfalls als Edition 35. Diese steht für Jubiläumsvorteile anlässlich des 35-jährigen Bestehens des Herstellers aus dem Allgäu. Bei der S160 sind die Trommelnachlaufbremse PTB sowie der Seilausstoß samt Seileinlaufbremse und -verteilung in der Serienausstattung enthalten. Die Edition 35 beim P13 steht für zusätzliche Ausstattung und eine exklusive Jubiläumslackierung zum Sonderpreis. Der Rückeanhänger P13 wurde mit dem leichten Rückekran 5287 mit Doppelteleskop-Ausschub gezeigt. Die Bedienung erfolgt über zwei mechanische Kreuzhebel. Weitere technische Details der Profi-Rückeanhänger sind der geschützt hinter der Abstützung verbaute große Hydrauliköltank, der im Zentralrohr verbaute Behälter für die Vierrad-Druckluftbremsanlage sowie verschiebbare Rungenbänke und der um bis zu zwei Meter verlängerbare Rahmenauszug für eine größere Ladefläche. Der Profi-Rückeanhänger in der nächsten „Baugröße“ P15, ebenfalls in der Edition 35, wurde mit einem Gierkink-Fällgreifer gezeigt. Zugfahrzeug war ein Steyr 4120 mit Forstausstattung. Die Lenkdeichsel war bei diesem Modell mit Obenanhängung ausgeführt. Weitere Merkmale waren die flexibel in drei Stufen seitlich ausziehbaren Rungenpositionen. Neben dem hydraulischen Radantrieb Unidrive ist auch der Powerdrive-Radnabenantrieb verfügbar. Bemerkenswert war die Geschwindigkeit, mit der Pfanzelt den funkferngesteuerten, werkzeuglosen Wechsel vom Fällgreifer auf die leichte und kompakte Greifersäge GMT 035 mittels des Roke-Schnellwechslers bewältigte.
Brennholz spalten smart
Nächster im Reigen der Vorführungen in Stockerau war der Profi-Holzspalter Ferdinand von Posch. Hier wird der zu spaltende Stamm zuerst mit der Seilwinde herangezogen und dann der automatische Spaltvorgang per Knopfdruck ausgelöst, während man die Zeit schon wieder für andere Aufgaben nutzen kann, wie das Vorbereiten neuer Stämme oder das Stapeln des gespaltenen Holzes. Der Spalthub lässt sich in beide Richtungen über den „TouchEncoder“ (eine elektronische Steuerung) einstellen. Der im Vorjahr erstmals gezeigte Ferdinand kam in Stockerau mit dem neuen Spaltmesser Fixomatic 2.0, einem dämpfenden Schutzbügel mit integriertem Aufprallschutz sowie einem funktionalen Bodengitter. Mit denselben neuen Ausstattungen wurde der an einen Moritz FR75 angebaute Stehendspalter „HydroCombi 16“ im Praxiseinsatz gezeigt. Der Geräteträger Moritz FR75 zeigte auf der Waldwärts-Tour in weiterer Folge seine Vielseitigkeit: Live im Einsatz war eine Maschine mit Traktionsseilwinde sowie der Forstfräse Max. Mit Traktionsseilwinde und Forstseilwinde meistert man sichere Rückearbeiten selbst im Steilhang, heißt es. In Kombination mit dem kompakten Scheibenradhacker Eschlböck Biber 2 wurde die Forstraupe in Stockerau zur mobilen Hackstation. Drei Hackmesser verarbeiten im kompakten Biber 2 Holz bis 15 Zentimeter Durchmesser zuverlässig zu 0,5 bis 1,5 Zentimeter langen Hackschnitzeln. Der Hacker ist mit einem Drei-Punkt-Anbau für den Traktor oder als Fahrachse zum Nachziehen mit dem Pick-up oder als Motormaschine für den Pritschenwagen flexibel einsetzbar. Als größerer „Bruder“ gilt der Biber 3-21 für Hackgutgrößen bis drei Zentimeter Dieser verfügt als Besonderheit über eine eingebaute Schleifscheibe, die ein rasches Nachschärfen der Hackmesser ermöglicht. Die Antriebsleistung des Moritz ist für den Eschlböck-Häcksler voll ausreichend, hieß es in Stockerau. Bei besonderen Leistungsspitzen würde der Motor nicht abgewürgt, sondern der Hackbetrieb durch eine reduzierte Einzugsgeschwindigkeit heruntergefahren.
Von Grund auf für den Forst
Der Systemschlepper Pm Trac 3830 zeigte, warum er ein Allrounder im Holzrücken und in der Landschaftspflege ist. 253 PS leistet der Sechszylindermotor. Neben dem Heckaufbauraum über der Hinterachse verfügt der Systemschlepper über zwei Drei-Punkt-Aufnahmen mit Zapfwelle. Optional sind auch Frontlader-Konsolen erhältlich. Bewährt ist die große Fahrerkabine für zwei Personen. Mit seiner Vorderachs- und Kabinenfederung hat man im Pm Trac einen guten Fahrkomfort für einen Systemschlepper. Der erste Pm Trac, den Pfanzelt vor 20 Jahren auf den Markt brachte, basierte noch auf einem umgebauten Steyr-Schlepper. Heute fertigt man die Maschine komplett selbst – von der Hinterachse über das stufenlose, leistungsverzweigte Variadrive-Getriebe bis hin zur Kabine mit drehbarem Fahrersitz. Auf der Waldwärts-Demotour war er mit einem Westtech-Fällgreifer beim Ernten von Laubdurchforstungsholz zu sehen. Der K Trac 1230 zeigt auf der Waldwärts-Tour seine Stärke als flexibler Geräteträger. Im Gespann mit dem Eschlböck-Häcksler Biber 78 Z an der Zapfwelle zeigte man ein schlagkräftiges Team für die mobile Holzverwertung. Der Kombihackrotor für Fein- und Grobhackgut ist mit zwölf Schnellwechselklingen bestückt, für gröberes Hackgut wurde in Stockerau die Anzahl der Messer auf sechs halbiert. Im Unterschied zum Pm Trac hat der K Trac vorne eine mechanische, nicht hydraulische Zapfwelle.
Biber Powertruck
Die Biber Powertrucks sind für den Hackbetrieb entwickelte Spezialfahrzeuge von Eschlböck mit innovativer Konstruktion der Kraftübertragung. So sorgt das zwischen Motor und Automatikgetriebe integrierte lastschaltbare Nebenabtriebs-Getriebe dafür, dass die volle Antriebsleistung des Motors ohne Kraftverlust auch für die aufgebaute Holzhackmaschine zur Verfügung steht. Das optionale Fahren vom Bedienersitz aus erleichtert das effiziente Umsetzen bei der Arbeit. Der neue Durox hat als Basis einen Mercedes Arocs 6 x 6 mit einem Motor Abgasklasse 6 E mit 530 PS und 2.600 Newtonmeter maximales Drehmoment. Eschlböck entwickelte damit eine weitere neue Fahrzeuglinie, die speziell für den Hackbetrieb ausgestattet ist und die zwei Extreme – eine besondere Geländegängigkeit mit Allradantrieb und schnelle Überfahrten bis 80 Kilometer pro Stunde – vereint, sagt Markus Altenstrasser. Besonderer Wert wurde von Eschlböck
auf eine einfache Bedienung und Wartung gelegt. So können beim schwenkbaren Kühlerpaket die einzelnen Pakete im Hackerbetrieb auseinandergeklappt und gereinigt werden. Das optimierte Gebläse ist ebenfalls servicefreundlicher gestaltet. Beim bewährten Eschlböck Biber 84 ist die neue Hackrotor-Generation K6 mit sechs breiteren Hackmessern bestückt, der Hersteller verspricht besondere Wartungsfreundlichkeit sowie exaktes und stückiges Feinhackgut.
Spalter-Flaggschiff
Beim neuen Flaggschiff von Posch, dem Liegendspalter „SplitMaster 30 Turbo“ auf Längsfahrwerk, sorgt ein Zwei-Zylinder-System für besonders schnelle Vor- und Rücklaufgeschwindigkeiten. Das ergonomische und komfortable Bedienkonzept ermöglicht die Steuerung der hydraulischen Messerverstellung sowie der optionalen Pro-Schneiden direkt vom Bedienplatz aus – ganz ohne Umgreifen am Joystick der Zweihand-Schaltung. Zusätzlich können dieselben Funktionen nun auch über eine Bedienbox gesteuert werden, die über der Holzablage angebracht ist. Neu ist die automatische Retourfahrt des Druckstücks für reibungslose und zeitsparende Arbeitsprozesse. Serienmäßig ausgestattet ist dieses Modell mit dem Easy-Spaltmesser inklusive Sappie. Optional stehen dazu Easy-Pro-Zusatzschneiden zur Verfügung, die das Nachspalten reduzieren sollen – diese Sechsfachmesser wurden in Stockerau vorgeführt. Als weitere Optionen sind eine leistungsstarke Seilwinde sowie eine abschließbare Staubox erhältlich, heißt es. Das Sägekonzept der Brennholzsäge Smart Cut von Posch für die leistungsstarke, komfortable und sichere Einpersonen-Bedienung umfasst ein Sägeblatt mit 70 Zentimeter Durchmesser, eine werkzeuglos einstellbare Holzlänge sowie ein um je eineinhalb Meter nach links und rechts schwenkbares Einzug-Gestell. Die Holzbeschickung in angenehmer Hüfthöhe ist ergonomisch. Optional verfügbar ist eine Staub-Absaugung. Mit dieser Ausstattung können fünf bis acht Raummeter Scheitholz pro Stunde produziert werden, heißt es.
Sägespalter mal zwei
Der Spalt Fix K-700 Vario mobil, Nachfolger des Spalt-Fix K-700, verwandelt ganze, besonders auch krumme Stämme bis 70 Zentimeter Durchmesser in Scheitholz. Eine Besonderheit ist die stufenlos einstellbare Kantenlänge von fünf bis 15 Zentimetern. Neue Eigenschaften sind etwa die zwei Einzugswalzen mit ihren ausgeprägten Zähnen, ein größerer Kettenöltank mit 70 Liter Volumen, die automatische Zentralschmierung, die leisere und stärkere Späneabsaugung sowie ein neues Sägeaggregat für effizienteren Ketten- und Schwertwechsel. Die vertikale Lüftung sorgt für weniger Störungen beim Sägen. Die Turbo-Variante des K-700 soll 25 Prozent mehr Schnittleistung bieten. Das wird mit einer höheren Spaltgeschwindigkeit erreicht. Dafür wird die Hydraulikanlage erweitert und die Spalthubreduzierung abgeschaltet. Für den Dauerbetrieb (über vier Stunden) oder bei Außentemperaturen über 30 Grad wird bei den Turbo-Modellen ein Ölkühler empfohlen, um die Lebensdauer der Hydraulikkomponenten zu verlängern, heißt es.
Spalt Fix S-376
Zuletzt konnte der Sägespalter Spalt Fix S-376 seine Leistungsfähigkeit in Stockerau unter Beweis stellen. Maximal 37 Zentimeter starke, gekrümmte Stämme können verarbeitet werden. Das Förderband ist um zwölf Grad schwenkbar. Gespalten wird über einen zehn Grad bergauf schrägen Spaltkanal. Die Durchmesser-Messung der Holzstücke erfolgt automatisch. Damit werden die Messer immer in die richtige Position gestellt.
Fortsetzung folgt
Dank der positiven Rückmeldungen soll die Waldwärts-Demotour im Herbst 2026 in einer dritten Auflage im deutschsprachigen Raum fortgeführt werden. Dann werden die drei Maschinenhersteller Pfanzelt, Posch und Eschlböck wieder zeigen, wie sie mit ihren Systemen moderne Forsttechnik vom Rücken bis zur fertigen Brennholzbereitstellung gewährleisten können.
Anton Sprenger
