Forstzeitung - Forstraupen | ferngesteuerte, dienstbare Geister des Waldes

Wie gewohnt zeigt die umseitige Tabelle die Typen- und Leistungsvielfalt der angebotenen Produkte – diesmal in einem für unsere vierteljährlichen Marktübersichten neuen Segment: Forstraupen. Die Waldtec bat Peter Voderholzer, Marketingleiter bei Pfanzelt Maschinenbau, zum Gespräch. Im Forstbereich scheint der Maschinentyp im Trend zu liegen. Was sind die Ursachen und wie sieht ein typischer Einsatz dieses Gerätetyps aus? Zum Schluss ein kurzer Blick in die Zukunft.

Was sind die wichtigsten Einsatzgebiete bzw. Standorte für Forstraupen?
Bis vor wenigen Jahren waren im Forst hausptsächlich Vorlieferraupen zu finden. Erst in den letzten Jahren wurden sowohl Mäh- und Mulchraupen für den Einsatz im Forst umgebaut als auch speziell für den Forst entwickelte Geräteträger präsentiert. Eine ganz neue Maschinenkategorie wurde mit der Präsentation der Fällhilfe Moritz von Pfanzelt 2016 geschaffen. Eine leichte, kompakte und bodenschonende Forstraupe, die als reine Fällhilfe und somit für den Ersatz von UVV-Schleppern konzipiert war. Im Einsatz als Fällhilfe überzeugte diese Fahrzeugkategorie schnell und wurde zum multifunktionalen Geräteträger weiterentwickelt. Multifunktionale Geräteträger sind heute beim Forstfräsen in der Kulturpflege beziehungsweise bei der Pflanzvorbereitung zu finden. Weiterhin werden die Raupenfahrzeuge auch für die Saat und Pflanzung im Bestand und auf Kahlflächen immer mehr eingesetzt. Parallel dazu kommen Forstraupen weiterhin für die seilwindenunterstützte Fällung und zum Vorliefern zum Einsatz.

 

Was ist ein typischer Kunde? Wem sind Forstraupen zu empfehlen?

Kunden für Forstraupen sind in unterschiedlichen Zielgruppen zu finden. Neben den Staatsforsten und großen Privatwaldbesitzern zählen hierzu hauptsächlich forstliche Lohnunternehmer. Zusätzlich werden die Fahrzeuge auch von Lohnunternehmen aus dem Landschaftspflege-Bereich eingesetzt.

 

In Ergänzung zu welchen anderen Holzerntemaschinen sind Forstraupen besonders prädestiniert?

Werden die Forstraupen als reine Vorlieferraupen verwendet, dann werden sie klassisch vor Harvestern eingesetzt. Diese arbeiten die vorgelieferten Bäume auf. Wird hinter einer motormanuellen Sägerkolonne gerückt, dann erfolgt diese Rückung meist als Vorliefern für einen Skidder oder Forwarder.

 

Welche Antriebskonzepte werden sich Ihrer Meinung nach bei ferngesteuerten Forstraupen durchsetzen?

Kurzfristig sehen wir bei den Antriebskonzepten im Forst nur den Verbrennungsmotor als praktikable Lösung. Aufgrund fehlender Konzepte und nicht vorhandener Infrastruktur im Wald sind die batteriebetriebenen Konzepte im Wald derzeit nicht leistungsfähig genug.

 

Wie sehen Sie die Marktentwicklung bei Forstraupen?

Im Blick auf die schnell wachsenden Kalamitätsflächen, die sowohl wieder aufgeforstet und später gepflegt werden müssen, positiv! Andererseits bedingen strengere Zertifizierungen immer größere Rückegassenabstände, daher wird unserer Meinung nach der Bedarf an Forstraupen in den nächsten Jahren zunehmen. Hersteller mit multifunktional einsetzbaren Forstraupen werden dabei mehr von dieser Entwicklung profitieren. Weiters erwähnenswert sind die Fernwartung und ein kraftstoffsparendes Antriebskonzept wie SIB und Eco-Mode.

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