Die DLG spricht in ihrer Abschluss-Mitteilung dennoch vom "wichtiger Treffpunkt und Impulsgeber für die Forstwirtschaft"; von "Innovationen und Lösungen für eine effiziente und nachhaltige Forstwirtschaft". Und in der Tat konnten Messebesucher viele der Firmen aus der Branche auf dem Gelände finden. Ob Großmaschinen für die Holzernte und -bringung (John Deere, Komatsu, Ecolog, HSM, Malwa, LKT, Menzie Muck, Sampo Rosenlew, ... ), Brennholzaufbereitung, Forst-EDV, Wind im Wald, Forstbaumschulen, Mobilsägewerke, Forstdienstleister sowie Kleintechnik - zu jedem Segment gab es auf den DLG-Waldtagen interessante Aussteller, mit denen man ins Gespräch kommen konnte.
Die als "Specials" angekündigten Ausstellungsbereiche ("Nutzung des Rohstoffes Holz", "Robotik im Forst", "hochmechanisierte Holzernte", "neue Einnahmequellen für Forstbetriebe") blieben allerdings in ihrer Ausführung hinter den Besuchererwartungen zurück oder wirkten beliebig, weil unter dem Namen "Special" lediglich eine Ansammlung verschiedener Aussteller zusammengefasst wurde. Entweder gab es dazu kaum Aussteller, wie bei Robotik (zu sehen war eine AGXEED-Raupe mit angebauter Streifenfräse) oder es fehlte der einordnende Rahmen, der beispielsweise über Poster oder Moderation verschiedene Verfahren neutral vor- und gegenüber stellte, wie man es von einer KWF-Tagung kennt. So wurden die Messebesucher mit der Interpretation allein gelassen.
Ein alter Messe-Hase auf den DLG-Waldtagen ist die Firma Pfanzelt, die zwar ihr anzes Forstsortiment bis zum Pm Trac am Start hatte, jedoch ihre Forstraupe Moritz Fr 75 in den Mittelpunkt stellte. Als die Raupe 2016 auf der KWF-Tagung in Roding erstmals vorgestellt wurde, ahnten vermutlich nur Wenige, wie erfolgreich der kleine Alleskönner einmal werden würde. Unter dem Motto „ein Moritz -1000Möglichkeiten" ist die Raupe auf vielen Betrieben im Einsatz, mittlerweile werden 100 Einheiten im Jahr gebaut und tragen so kräftig zum Ergebnis des Unternehmens bei. Das alles steht bei Pfanzelt unter der Überschrift „naturnaher Waldbau", denn der Mo ritz verursacht nur wenig Bodendruck, ist klein und wendig und kann aufgrund der geringen Umsetzungskosten (Transport über Pkw-Anhänger) auch wirtschaftlich eine Alternative sein. Wenngleich bei Anschaffungskosten von 80.000 bis 125.000 Euro für die eigentliche Raupe die Maschine wohl nur für Dienstleister und kaum für Waldbesitzer interessant sein dürfte. Flächig einsetzbar ist der Mo ritz allerdings hierzulande nur im PEFC-, nicht im FSC-Wald.
Als beliebteste Ausrüstung vom Moritz nennt Peter Voderholzer von Pfanzelt die Fräse, gefolgt von der Seilwinde, dann kommen Pflanzmaschine, Streifenfräse, Mulcher, Sästreifenfräse und Steinfräse. Als neue Anwendung stellte Pfanzelt auf den Waldtagen eine Dücker-Astschere am 4,5-Meter-Ausleger vor, gefolgt von einem Dücker-Mulch er. So soll in einem Arbeitsgang die Herstellung von Lichtraumprofil möglich sein - und zwar dort, wo der Schlepper mit Astschere nicht hinkommt, etwa an schmalen Wander- und Radwegen. Der angehängte Mulcher schreddert das Schnittgut sogleich klein. Durch die Kommunal-Kuppelplatte ist der Wechsel von Anbaugeräten beim Moritz innerhalb einer halben Stunde möglich.
Besonderer Hingucker am Stand von Pfanzelt war eine Aufforstung. ,,Wir wollen nicht nur zeigen, wie unser Moritz pflanzen kann, sondern auch darstellen, wie gut sich diese Pflanzung entwickelt", sagt Vorderholzer. Daher habe man eine Teilfläche bereits im April 2025 mit dem Moritz gefräst und ebenfalls mit dem Moritz mit Traubeneiche aufgeforstet in Kooperation mit den Firmen Walthmeyer (Wuchshüllen aus Holz) und Kleffmann Baumschulen aus Lippstadt. Zwischenzeitlich wurde auch einmal mit der Moritz-Raupe der Zwischenraum gemulcht.
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Chrisitan Mühlhausen
