Landwirt - Der Durchdachte

Der Pfanzelt-Anhänger zeichnet sich durch ein gut durchdachtes Gesamtkonzept aus. Er ist der einzige Testkandidat ohne eine negative Bewertung.

Pfanzelt hat vor einigen Jahren Schlang & Reichart übernommen und ist mit beiden Anhängern zu unserem Vergleichstest angetreten. Die beiden Brüdermarken  unterscheiden sich in erster Linie durch die Rahmenbauweise und die Kranabstützung. Der P13 von Pfanzelt leistete sich in unserem Test keine großen Schwächen. Er brillierte mit Ausnahme vom Fahrwerk aber auch kaum mit Bestwerten.

Bogie mit größtem Pendelweg

Der 13-Tonner von Pfanzelt bietet eine Nutzlast von rund 8,5 t. Er hat zwar die größtmögliche Ladelänge, aber aufgrund der kleineren Querschnittsfläche des Rungenkorbs ein geringeres Ladevolumen. Er geht lockerer über Stock und Stein als so manch anderer Testkandidat. Das Bogie-Aggregat hatte mit 37 cm den größten Pendelweg aller Testkandidaten. Die Bodenfreiheit an den Achsen ist mit rund 37 cm passabel. Zum Rahmen im Heck beträgt sie sogar fast 70 cm. Das ist der größte Abstand von allen Testkandidaten. Der Böschungswinkel mit eingeschobener Rahmenverlängerung beträgt 38° – der zweitbeste Wert nach Binderberger. Zieht man den Rahmenausschub auf
die maximale Länge heraus, reduziert sich der Böschungswinkel auf 14°. Dabei muss man aber bedenken, dass der Pfanzelt-Anhänger den längsten Rahmenauszug bietet. Leider ist die Endlage des Auszuges nur gekennzeichnet, aber nicht gesichert.

Gelobt haben unsere Tester auch die Beleuchtung und die Bremsen. Pfanzelt hat uns
den Anhänger als 25 km/h-Variante mit allen Genehmigungsdokumenten für eine eventuelle Straßenzulassung zur Verfügung gestellt. Die Druckluft-Betriebsbremse wirkt wie bei allen Testkandidaten auf beide Achsen. Anerkennung gab es für die Federspeicher-Feststellbremse.

Das Rückgrat des Anhängers besteht aus einem quadratischen Zentralrohr. Sowohl die Rungenstöcke als auch das Achsaggregat sind daran geklemmt und lassen sich daher verschieben. Unser Testkandidat war mit fünf Rungenstöcken ausgestattet, von denen vier mit Rungen bestückt waren. Sie sind frei drehbar, lassen sich aber nicht fixieren oder gegen Herausziehen sichern. Der Transport von längs aufgeschichtetem Scheitholz ist aufgrund des Zentralrohrrahmens nicht möglich.

Die Schwenkdeichsel lässt sich für die Straßenfahrt mit zwei Klappen sichern. Die linke Klappe fiel anfangs oft von alleine zu. Der Hersteller montierte daraufhin eine zusätzliche Feder zum Fixieren der Klappe im geöffneten Zustand.

Gelobt wurden die vielen praktischen Details, wie z.B. die Schlauchgarderobe, der abschließbare Staukasten für Zurrmittel und die Halterungen für Motorsäge und Kanister. Leider ist die Kanisterhalterung etwas klein geraten, sodass einige Kanistertypen nicht hineinpassen. Auch bei der Motorsägenhalterung gibt es einen Wermutstropfen: Die Säge lässt sich bei der gewählten Platzierung zwar leicht reinstecken und rausnehmen, wird aber durch die Traktorräder stark verschmutzt.

Vorbildliche Kranablage

Pfanzelt und Schlang & Reichart bieten eine mittig zentrierte Abstützung des Kranarmes beim Ablegen auf dem leeren Anhänger. Da wackelt nichts während der Fahrt. Zudem werden dadurch das Kranschwenkwerk und weitere Komponenten geschont. Der Kran 5286 hält, was Pfanzelt verspricht. Die von der BLT Wieselburg gemessenen Kräfte stimmen gut mit den Herstellerangaben überein. Aus Sicherheitsgründen begrenzt der Hersteller den Schwenkbereich bei den Kränen mit Stehpodesten – wie auch in unserem Fall – auf 254°. Der Kran hat mit 21,6 kNm das zweitgrößte Schwenkmoment aller Testkandidaten. Bei allen anderen Kräftemessungen liegt Pfanzelt im Mittelfeld. Bei der maximalen Reichweite von 8,6 m hebt der Kran 390 kg, bei 4 m Reichweite 995 kg. Verglichen mit dem Traglastdiagramm des Herstellers sind das fast zwei  Punktlandungen. Mit 21,0 kN ist auch die Zugkraft des Teleskoparms mittelmäßig. Für einen schnellen Ausschub sorgt das serienmäßig verbaute Eilgangventil.

Die Allgäuer hatten von allen Testteilnehmern die leichteste Rotator-Greifer-Kombination mit der kleinsten Öffnungsweite montiert. Die kleinere Zange bewirkt auch ein kleineres Spannmoment. Mit 5.800 Nm liegt dieser Greifer im unteren Mittelfeld. Trotzdem ist uns dieser Greifer als stimmiges Paket in Erinnerung geblieben.

Die beiden Brüdermarken Pfanzelt und Schlang&Reichart unterscheiden sich vor allem in der Kranabstützung. Wodurch sie sich noch unterscheiden und welche Vor- und Nachteile das hat, lesen Sie auf den nächsten Seiten. Auch über die Bedienung und was uns am Deichsel-Stehpodest nicht gefallen hat, erfahren Sie im Steckbrief von Schlang& Reichart.

Der Pfanzelt-Anhänger war im gesamten Test „unauffällig“. Er meisterte alle an ihn gestellten Aufgaben mit Bravour. Auch bei den Anschaffungskosten ist unser Testkandidat
unauffällig: 52.780 Euro inkl. 20 % MwSt. Vermutlich zählen der Pfanzelt und der aus demselben Hause stammende Schlang & Reichart zu den Anhängern mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

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