ZEK - Mit dem K Trac zum Trafowechsel auf die Kuhweide

Wenn Transformatoren getauscht oder Strommasten versetzt werden müssen, führt der Weg für badenova Netze im Schwarzwald oft über enge, unbefestigte Zufahrten – oder manches Mal gar über Kuhweiden. Gemeinsam mit Pfanzelt Maschinenbau entwickelte der Netzbetreiber daher einen K Trac, dessen Langrahmen, Ladekran, Ladefläche und Anhängelösungen gezielt auf diese Aufgaben in schwierigen Einsatzgebieten abgestimmt sind.

Eine Kuhweide ist kein klassischer Einsatzort für ein Transportfahrzeug – für den Freiburger Netzbetreiber badenova Netze kann sie jedoch durchaus zum Arbeitsort werden. Wenn ein Trafo getauscht oder ein Strommast versetzt werden muss, führt der Weg im Schwarzwald eben nicht immer über eine befestigte Straße. Die Netzgesellschaft verantwortet innerhalb der badenova-Gruppe Betrieb, Planung, Ausbau und Erhalt der Strom-, Erdgas- und Wassernetze. Gerade bei Störungen zählt daher nicht nur, ob Gerät und Material transportiert werden können, sondern auch, wie rasch sie den Einsatzort erreichen. Enge Zufahrten, Wiesen, Grünland und Äcker gehören zum Arbeitsalltag. Nach Regen verschlechtern sich die Bedingungen zudem rasch. Für solche anspruchvollen Aufgaben erhielt badenova Netze im Juni einen individuell konfigurierten K Trac von Pfanzelt Maschinenbau.

Aus der Praxis geplant

Der K Trac ist ein kommunaler Geräteträger, der sich mit unterschiedlichen Aufbauräumen, Allradlenkung und stufenlosem variaDRIVE-Getriebe an verschiedene Aufgaben anpassen lässt. Für badenova Netze war dennoch kein Modell aus dem Katalog gesucht, sondern eine Lösung für einen sehr spezifischen Einsatz. Im Zentrum stand der Transport von Transformatoren mit zwei bis zweieinhalb Tonnen Gewicht sowie von Holz- und Stahlmasten. Für Letztere erhielt badenova Netze einen eigenen Mastenanhänger, mit dem Masten bis 16 Meter Länge transportiert werden können. Zugleich sollte ein großer Ladekran mitgeführt werden, dessen weit ausladende Abstützung mehr Raum erforderte, als der Standardrahmen bot. Pfanzelt führte den K Trac deshalb in einer Langrahmenversion aus und integrierte den Kranaufbau entsprechend. Gerade diese Flexibilität bei der Rahmenauslegung war für badenova Netze ein entscheidender Punkt. Die Konfiguration entstand in engem Austausch und ausgehend von den praktischen Erfahrungen des Netzbetriebs. „Anfang des Jahres habe ich mich mit dem Geschäftsführer Paul Pfanzelt zusammengesetzt und ihm anhand einer Skizze gezeigt, welche Anforderungen sich aus unserer täglichen Arbeit ergeben“, berichtet Hannes Kölblin, Product Owner Transportdienstleistungen bei badenova Netze. Auf dieser Grundlage prüfte Pfanzelt die technische Umsetzbarkeit und stimmte die einzelnen Lösungen mit dem Netzbetreiber ab. Nicht jeder Wunsch ließ sich dabei in der ursprünglich vorgesehenen Form umsetzen: Etwa war eine zunächst angedachte Kiste zum Verladen der Trafos am Dreipunkt mit der Abstützung des Ladekrans nicht realisierbar. Stattdessen nutzte man die Fläche hinter dem Kran für eine öldichte Ladefläche mit Auslässen. Sollte beim Transport eines ölgefüllten Transformators Öl austreten, bleibt es auf der Pritsche und kann gezielt abgelassen werden.

Sonderlösungen am Fahrzeug

Auch die Anhängelösung wurde an den Kranaufbau angepasst. Weil dessen Stützen weit nach hinten ausladen, verlängerte Pfanzelt das Zugmaul. Dieses ist für bis zu 18 Tonnen Anhängelast und eine Tonne Stützlast ausgelegt. Zusätzlich wurde eine kleinere Anhängerkupplung vorgesehen, damit auch Stromaggregate transportiert werden können. „Jedes kleinste Detail, das wir wollten, wurde schlussendlich umgesetzt“, zeigt sich Hannes Kölblin zufrieden mit der Zusammenarbeit.

Sicher durch schwieriges Gelände

Die breite landwirtschaftliche Bereifung und die Allradlenkung sind weitere Merkmale, die den K Trac für den Einsatz auf engen und nur eingeschränkt tragfähigen Zufahrten geeignet machen. Gerade bei feuchteren Bedingungen und mit einem vier oder fünf Tonnen schweren Anhänger sieht Hannes Kölblin darin einen Vorteil. Die Allradlenkung wiederum sorgt dafür, dass sich das Fahrzeug trotz seines langen Radstands auch auf engen Zufahrten wendig bewegen lässt. Gegenüber dem zuvor genutzten Fahrzeug sieht Hannes Kölblin Vorteile vor allem bei Stabilität und Fahrverhalten. Die hydraulische Vollfederung des K Trac lässt sich für Kranarbeiten automatisch verblocken, sodass das Fahrzeug dabei ruhig und stabil steht. Auf der Straße sei es trotz des hohen Schwerpunkts durch den Ladekran besser zu fahren. Das stufenlose Getriebe erleichtert zudem das feinfühlige Arbeiten im Gelände, ohne die bei großen Fahrzeugen oder Schleppern bekannten Schaltunterbrechungen und Ruckler. Wichtig war badenova Netze zudem, mit dem Fahrzeug rasch zum Einsatzort gelangen zu können. Trotz der Geländebereifung kann der K Trac Schnellstraßen und Autobahnen befahren. Damit verbindet er die erforderliche Geländegängigkeit auf unbefestigten Wegen mit der Möglichkeit, bei Störungen zügig größere Distanzen zurückzulegen. Weil der große Ladekran einen drehbaren Fahrerstand ausschließt, entschied sich badenova Netze für die Variante mit zwei vollwertigen, gefederten Sitzen, wodurch die geräumige Kabine so Platz für einen zweiten Mitarbeiter bietet. Standheizung und Schneeketten ergänzen die Ausrüstung für Einsätze bei winterlichen Bedingungen.

Maßgeschneidert bis ins Detail

Bei dem individuell für badenova Netze erstellten K Trac von Pfanzelt entstand somit kein Geräteträger, der nachträglich für den Einsatz im Netzbetrieb angepasst wurde, sondern ein Fahrzeug, dessen Konfiguration aus den Erfahrungen der Transportmannschaft heraus entwickelt wurde. Der lange Rahmen für den Ladekran, die öldichte Ladefläche und die verlängerte Anhängevorrichtung sind Antworten auf konkrete Anforderungen aus dem Netzbetrieb – auch dann, wenn der Weg zum Einsatzort über eine Kuhweide führt.

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